Leipzigs Architekturpreis 2023

Katinka Corts
21. November 2023
Architekturpreis 2023: Kita Tarostraße. Aline Hielscher Architektur, Leipzig. Bauherrschaft: Stadt Leipzig, Amt für Schule und Amt für Gebäudemanagement (Foto: Célia Uhalde Photographie, Sulzschneid)

Zum Wettbewerb zugelassen waren Neu- und Umbauten, die in den Jahren 2020 bis 2023 im Stadtgebiet von Leipzig fertiggestellt worden sind. Aus den 29 Einreichungen prämierte die Jury drei Projekte: die Kita Tarostraße, die Skateanlage Parkallee und die Erweiterung der Apollonia-von-Wiedebach-Schule.

Der zweigeschossige Baukörper der Kita Tarostraße 9a von Aline Hielscher Architektur fügt sich nach Ansicht der Jury sowohl typologisch als auch farblich hervorragend in die bestehende Umgebung ein. Sie hebt die nachhaltigen und ressourcenschonenden Aspekte des Entwurfs hervor, etwa den geringen Energiebedarf des Hauses, die intensive Dachbegrünung oder den Einsatz spezieller Hochlochziegel in den Außenwänden. Diese sparen zusätzliche Außendämmung. In der Begründung heiß es: »Die in den letzten Jahren zahlreich entstandenen städtischen Kindertagesstätten werden durch die Kita Tarostraße um einen spannungsreichen, eigenständigen Baukörper mit feiner Detaillierung ergänzt, der in mehrfacher Hinsicht Vorbildcharakter hat.«

Architekturpreis 2023: Skateanlage Parkallee Leipzig-Grünau. GFSL gruen fuer stadt + leben, Leipzig. Bauherrschaft: Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer (Foto: Thomas Nowotka, Leipzig)
Skateanlage Parkallee, GFSL gruen fuer stadt + leben

Die Skateanlage von GFSL bietet der Leipziger Skaterszene hervorragende Bedingungen und »ein[en] Freiraum, der in seiner Diversität ein Abbild breiter bürgerschaftlicher Mitwirkung ist«. Laut Jury wurde dafür gestalterisch die Dynamik des Skatens auf das landschaftsarchitektonische Konzept übertragen. Hervorzuheben sind »die geschickt arrangierten Skatemodule«, die zum Teil aus recyceltem Abbruchmaterial bestehen. »Mit dem neuen Skaterpark ist eine beispielhafte Anlage entstanden, die sowohl in sportlicher als auch gestalterischer Sicht höchste Masstäbe setzt. Sie ist in kurzer Zeit zu einem beliebten Ort der Sportler und Anwohner geworden und entfaltet ihre Wirkung weit über Leipzig hinaus«, heißt es in der Begründung.

Architekturpreis 2023: Erweiterungsbau Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Kaden+ GmbH, Berlin. Bauherrschaft: Stadt Leipzig, Amt für Schule, LESG Gesellschaft der Stadt Leipzig zur Erschließung, Entwicklung und Sanierung von Baugebieten mbH (Foto: Bernd Borchardt, Berlin)
Erweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule, Kaden+

Die unter Denkmalschutz stehende Schule wurde »mit viel Fingerspitzengefühl« durch einen Neubau ergänzt. Hier würdigen die Preisrichter insbesondere den »Mut zum Experiment«, den die Architekten bei der Verkleidung des Neubaus bewiesen: Der in Holzhybridbauweise errichtete Viergeschosser ist bis auf das Erdgeschoss mit handgespaltenen Holzschindeln aus Lärchenholz bedeckt. In der Würdigung heißt es: »Der Erweiterungsbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule setzt innovative Akzente in Gestaltung und Baukonstruktion. Gleichzeitig besticht er durch eine Dialogfähigkeit gegenüber dem Bauerbe in der Nachbarschaft, die wegweisend für das Bauen im Bestand wirkt.«

Der Jury gehörten Professor Xaver Egger (Architekt, Berlin), Brit Gühne (Architektin, Leipzig) sowie Till Rehwaldt (Landschaftsarchitekt, Dresden) als Fachjuroren an. Als Sachjuroren aus Leipzig wirken zudem Annette Menting, Professorin für Baugeschichte und Baukultur, sowie der Kunsthistoriker Professor Arnold Bartetzky mit. Den Vorsitz des Gremiums hatte Professor Amandus Samsøe Sattler (Architekt, München) inne, die Stadt war als Ausloberin des Preises nicht vertreten.

»Der Architekturpreis in diesem Jahr belegt eindrucksvoll, dass die Stadt Leipzig ihrer Vorbildrolle als Bauherrin gerecht wird. Es freut mich außerordentlich, dass uns das hier von einer externen Jury bestätigt wird. Ich hoffe, dass dieser Erfolg eine Signalwirkung an alle Bauherren entfaltet, sich für eine lebendige und hochwertige Baukultur in unserer Stadt einzusetzen.«

Thomas Dienberg, Baubürgermeister Leipzig

Lobende Erwähnung: Sakristei Zuckelhausen. Irlenbusch von Hantelmann Architekten BDA, Leipzig. Bauherrschaft: Ev.-luth. Alesius-Kirchspiel, Leipzig (Foto: Johannes Ernst, Leipzig)
Lobende Erwähnung: Kurti50A. Aline Hielscher Architektur, Leipzig. Bauherrschaft: Raisch Hausverwaltung GmbH, Stuttgart (Foto: Célia Uhalde Photographie, Sulzschneid)
Lobende Erwähnung: Einfamilienhaus mit Doppelgiebel in Leipzig-Knautkleeberg-Knauthain. KO/OK Architektur BDA, Leipzig. Bauherrschaft: Annette und Frank von den Hoff, Leipzig (Foto: Sebastian Schels, München)
Lobende Erwähnung: Quartiersschule Ihmelsstraße. RBZ Generalplanungsgesellschaft, Dresden. Bauherrschaft: Stadt Leipzig, Amt für Schule / Amt für Gebäudemanagement (Foto: Robert Gommlich, Dresden)

Die Ausstellung aller eingereichten Objekte des Architekturpreises ist bis zum 30. März 2024 im Ausstellungsfoyer der Stadtbibliothek Leipzig zu sehen (geöffnet Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr). Der Architekturpreis wird seit 1999 im jährlichen Wechsel mit dem Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege der Kulturstiftung Leipzig vergeben – die nächste Auslobung ist 2025 geplant. Zugleich erscheint ein farbiger Katalog, der über die Geschäftsstelle Architekturpreis beim Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig bezogen werden kann.

Vorgestelltes Projekt

Benjamin von Pidoll | Architektur

Villa Mau

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