Der nachhaltige Supermarkt

Manuel Pestalozzi
4. giugno 2021
Die „Holz-Pilzstützen“ verheissen Gesundheit und Nachhaltigkeit. Auf dem Dach steht ein Glashaus, in dem frische Lebensmittel heranwachsen. (Visualisierung: REWE)

Basilikum im Dach – dies ist ein Charaktermerkmal des neuen Green Farming-Marktes von REWE in Wiesbaden. Ein Gewächshaus macht es möglich. Weitere architektonische Details verdeutlichen die hehren Absichten der Betreiber*innen.

Am 27. Mai eröffnete REWE ihre neuartige Filiale in Wiesbaden-Erbenheim. Die Barsche seien noch nicht angekommen, meldete die FAZ, aber unter dem schlichten Glasdach würden schon Basilikumpflänzchen in tausenden von Töpfen sprießen. Sie seien Teil einer sogenannten Aquaponikanlage, die Fisch- und Pflanzenzucht in einem geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf kombiniert. Die Ausscheidungen der Barsche werden als Dünger für die Kräuter genutzt. Die Fische selbst enden später in den Auslagen der Fischabteilungen. Das Berliner Start-up ECF Farmsystems betreibt die Anlage auf dem REWE-Dach und beliefert damit künftig die Rewe-Märkte in der Region.

Auto-Parkplätze gibt es immer noch, aber die Nähe von Produktion und Konsum verschafft sich auf neue Art Geltung. (Visualisierung: REWE)

Der rund 1'500 Quadratmeter große Supermarkt in der Berliner Straße 277 wurde vom Londoner Architekturbüro ACME entworfen. Säulen aus gestapelten Kanthölzern bilden die Tragwerkskonstruktion für die gläserne Dachfarm. Sie erinnern an Pilzstützen und formen weit über den Regalen eine raumdefinierende Gewölbestruktur. Ein Atrium stellt die Verbindung mit dem Gewächshaus her. REWE spricht von einem „natürlichen Marktplatzambiente mit viel Tageslicht“. 

Ein Atrium innerhalb des Gewächshauses versorgt die Verkaufsfläche mit Tageslicht. (Visualisierung: REWE)

Holz ist das Kernelement der Struktur: Rund 1'100 Kubikmeter des nachwachsenden Rohstoffs wurden verbaut. Dank des heimischen Nadelholzes werden laut REWE über 700 Tonnen CO2 eingespeichert. In 30 Jahren sei das Holz wieder nachgewachsen und die CO2-Bilanz ausgeglichen, rechnet das Unternehmen vor. Intelligente Kühl- und Wärmetechnik, 100% Grünstrom sowie die Verwendung von Regenwasser für die Dachfarm, Sanitäranlagen und Reinigung des Marktes sorgen dafür, dass Ressourcen geschont werden.

Die Deckenstruktur überwindet Klimagrenzen und prägt das Raumerlebnis. (Foto: REWE)

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