2021
Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin

Für den Erweiterungsbau eines renommierten Forschungsinstitutes am Rande des Tierparks Berlin Friedrichsfelde wurde ein nachhaltiger Holzbau im Animal Aided Design gewünscht.

Unser Entwurf repariert mit der Wiederherstellung des großformatigen Baumbestandes die Einfassung des benachbarten barocken Parks und schafft gleichzeitig einen intimen naturnahen Institutshof in Fortsetzung der orthogonalen Campusstruktur.

Während sich im Erdgeschoss der Konferenzbereich offen nach außen präsentiert, staffelt sich in den beiden darüber liegenden Atriumgeschossen der interne Institutsbereich – gegliedert in eine Büroetage im 1.OG mit offenen Pausenbereichen für informellen und inspirierenden wissenschaftlichen Austausch, sowie in eine Ruhe und Konzentration ausstrahlende Laboretage im 2.OG.

Nach außen hin sind die verschiedenen Nutzungen an den nach oben hin kleiner werdenden Fensteröffnungen ablesbar, so dass ein sprechendes Gebäude entsteht. Das Sheddach ermöglicht im Laborbereich eine blendfreie Belichtung von Norden und damit gleichmäßige klimatische Arbeitsbedingungen, nach Süden hin die Nutzung für Photovoltaik-Anlagen. Flachdachbereiche und Fassadenbegrünung im Süden stehen mit ihrer abgestimmten Bepflanzung als Futterquelle für Insekten zur Verfügung. Nistmöglichkeiten können in die Fassade integriert werden.

Der kompakte und damit wirtschaftliche Baukörper hat einen sehr geringen Heiz- und Kühlenergiebedarf, der durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe geothermisch gedeckt wird. Sämtliche Haupt- und die meisten Nebenflächen können natürlich belichtet, belüftet und gekühlt werden. Durch die Vermeidung von Verbundkonstruktionen und strenge Materialauswahl in Bezug auf Wartungsfreiheit, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit wird ein Cradle to Cradle Konzept angestrebt.

2020
Böllberger Mühle - Halle (Saale)

1. Preis

Im Denkmal-Ensemble direkt an der Saale bei der berühmten Böllberger Mühle soll ein stattliches Wohnquartier entstehen. Aufgabenstellung ist die Sanierung der Fabrikantenvilla, ein großer Wohnblock auf den Sockelgeschossen des sogenannten „Neuen Speichers“ und ein Neubau anstelle des Beamtenwohnhauses, der die Hoffassade integriert.

Unser Entwurf konnte sich gegen ausgesuchte bundesweite Konkurrenz durchsetzen.

2019
Töpferplan / Charlottenviertel - Halle (Saale)

1. Preis

Auf einer der letzten großen innerstädtischen Brachen entsteht ein verdichtetes urbanes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Carsharing, Micro-Hub und einer Quartiers-Kita.

Das zwischen Stadtgottesacker, Charlottenviertel und Töpferplan gelegene Quartier entwickelte sich im Spätmittelalter als „Speckgürtel“ außerhalb der Stadtmauer. Auf diese parallel zu den Höhenlinien orientierte Struktur trifft in der Gründerzeit eine orthogonale Blockrandbebauung. Unser Entwurf verwebt diese beiden städtebaulichen Systeme und schafft Übergänge und Anknüpfungspunkte in beide Richtungen.

Durch Drehen und Spiegeln gleicher Grundrisse entsteht eine lebendige Komposition aus unterschiedlichen, sich organisch aufeinander beziehenden Bauvolumen, die durch versetzte keilförmige Außenraumvolumen zusammen gehalten werden. Der dadurch entstehende „Gesamtbaukörper“ bildet entlang der Charlottenstraße durch strikte Reihung ein kräftiges Gegenüber zur gründerzeitlichen Blockrandbebauung, während zur Stadtgottesackerstraße hin eine lockere, durchlässigere Raumkante entsteht, die das Quartier mit dem üppigen Rückseitengrün der Wilhelm-Külz-Straße verwebt. Durch eine geschickte Höhenstaffelung passen sich die Baukörper mit schlichter Selbstverständlichkeit in den komplexen Stadtraum und das schräge Gelände ein. Statt geschlossener Höfe entsteht ein mit dem Stadtraum verwobener Binnenbereich, der zum Kiez für das gesamte Quartier werden kann. Die freistehenden Baukörper mit dem zentralen Erschließungskern ermöglichen einem Großteil der Wohnungen übereck Belichtung und Belüftung sowie unterschiedlichste interessante Aus- und Einblicke.

2019
Bayrischer Bahnhof - Leipzig

…ein spannender Wettbewerbsbeitrag von uns zum Wettbewerb in der Kohlenstraße.

Plastisch geformte Volumina – scheinbar zufällig abgestellt – bieten sich gegenseitig und der Umgebung die maximale Durchlässigkeit zum Park hin. Mehr noch: Das reißverschlussartige Wechselspiel aus Hof zur Stadt und Nische zum Park ermöglicht Adressbildung für alle Baukörper, ein Verzahnen mit dem Park und die Aufweitung der Engstelle an der Südspitze. Die historische Bahnhofsnutzung findet hintergründige Anspielungen im Gestaltungskanon und den (wieder-)verwendeten Materialien.

2015
Mut zur Lücke - Quedlinburg

1. Preis

Bauen in der historischen Altstadt von Quedlinburg heißt für uns, dem in 800jähriger Fachwerktradition entstandenen ‚Patchwork‘ mit gebotenem Respekt ein neues ‚Familienmitglied‘ hinzuzufügen.

Das Wesen eines Patchworks ist ein Kanon aus unterschiedlichen Motiven innerhalb eines Wiederholungsmusters, die in Varianten zusammengesetzt, in der Summe ein erstaunlich ruhiges Bild ergeben. Der Quedlinburger Kanon reduziert sich dabei nicht nur auf einen Materialmix wie Holz, Mauerwerk, Dachziegel usw., sondern auch auf Rhythmen wie den Wechsel aus breiten und schmalen Häuser, der Ausformung von Sockel oder Sockelgeschoss, den Höhenversprüngen in Rähmversätzen und Traufen sowie sich abwechselnden Dachneigungen und Firsthöhen. Auch unterschiedliche Fachwerkkonstruktionen, Füllungen, Flächen und Fensterordnungen wiederholen sich in dieser Varianz. Ein System, welches selbst die immer mal wiederkehrenden Störungen absorbiert.