Variantenreiche Buche

Martina Metzner
6. Januar 2021
„Unter Umständen so stark wie Stahl“ – so das Credo der Fagus Suisse für das Baubuchenholz. (Foto: Fagus Suisse)

Lange galt Buchenholz als zu aufwändig und teuer zum Bauen, mittlerweile wurde es von Fagus Suissse und Pollmeier zu einem wirtschaftlich und konstruktiv attraktivem Material weiterentwickelt.

Buche wird mittlerweile immer häufiger als Alternative zu Fichte für Holzkonstruktionen eingesetzt – ob für Hallen, Hochhäuser oder Brücken. Die Schweizer Firma Fagus Suisse und der deutsche Holzproduktespezialist Pollmeier haben es technologisch so weiterentwickelt, dass es mittlerweile wirtschaftlich als Konstruktionsmaterial produziert werden kann. Beide Hersteller bieten Schichthölzer an, um durch die faserparallele Ausrichtung der verleimten Holzschichten die Festigkeit für den konstruktiven Einsatz zu gewährleisten. Für BauBuche verleimt Pollmeier im eigenen Werk im thüringischen Creuzburg zunächst 3 mm starke Schälfurniere aus heimischer Buche miteinander zu einem Furnierschichtholz. Aus den Platten werden 40 mm dicke Lamellen geformt, die faserparallel miteinander zum Konstruktionsmaterial verleimt werden. Die Fagus Suissse verarbeitet die Buche hingegen als Stabschichtholz mit einer Lamellenstärke von 40 mm zu hochbelastbaren Trägern und Stützen – Ergebnis jahrelanger Forschung durch die FH Bern und die ETH Zürich in Kooperation mit regionalen Waldbesitzern und Sägewerken.

Fagus Suisse bietet das Stabschichtholz aus Buche auch für den Innenausbau an. (Foto: Fagus Suisse)

Buche überzeugt gleich mehrfach im Vergleich zu Fichte, nicht nur, weil diese durch den Klimawandel unter Marktdruck gerät. Buche weist eine hohe Festigkeit und Steifigkeit auf, die schlanke Konstruktionen bei hohen Lasten und große Spannweiten im immer stärker gefragten Hochleistungs-Holzbau ermöglicht. So ist die Rohdichte der Buche im Vergleich zu herkömmlichem Nadelholz um 50 Prozent höher. Bei Biegefestigkeit und Zug schneidet zum Beispiel das Fagus-Bauholz um bis zu 100% besser ab und bei Druck und Schub steigert sich der Wert sogar auf das Dreifache. Beide Holzprodukte werden darüber hinaus in einer vielfältigen Produktpalette angeboten, zum Beispiel auch als Paneele für den Innen- und Möbelbau.

Produktpalette der BauBuche von Pollmeier. (Bild: Pollmeier)

Die neu gebaute und im Frühjahr 2020 eröffnete Produktionshalle von Fagus Suisse in Les Breuleux im Kanton Jura ist ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten, die konstruktives Laubholz bietet. Stützen, Träger und Kranbahnen sind aus Buchenholz zu 100% aus Schweizer Herkunft wie alle Fagus-Produkte. In den vergangenen Jahren hat man bereits einige Projekte realisieren können, die den Einsatz von Buche als Konstruktionsmaterial bestätigen: Mit BauBuche von Pollmeier wurde etwa die Produktionshalle von Vitsoe oder das erste Schweizer Holzhochhaus gebaut; mit dem Buchenbauholz von Fagus Suisse etwa die Forschungseinheit Vision Wood im Nest Forschungsgebäude der Schweizer Empa in Dübendorf oder das ETH House of Natural Resources.

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