Hallo Zukunft

Zweibrücken
Foto © Volkhard Gabriel
Architetti
Molter-Linnemann Architekten BDA
Sede
Zweibrücken
Anno
2011

Kampfarena – Wozu dient das Loch im Donut? Die gleiche Frage lässt sich auch bezüglich der Mitte eines Verkehrskreisels stellen. Die Wahrnehmung des sich dem Kreisel Annähernden fokussiert auf seine unerreichbare Mitte. Durch die Unerreichbarkeit ist die Gestaltung auf die Kunst oder den landschaftsgärtnerischen Ausdruck zurückgeworfen. Jeder, der den Kreisel fährt, wird mit einer gestalteten Mitte konfrontiert, gleich einem Zuschauer einer Arena und der in ihr stattfindenden Handlung. Der Alltagsraum wird umspült von Voyeuren, eine Abstinenz des kulturell bespielten Orts wie bei einem Museum ist nicht möglich. Wenn das Dargestellte von Erwartetem oder Gewöhnlichem abweicht, dann wird unausweichlich eine Auseinandersetzung folgen, die in Zustimmung oder Ablehnung endet.

Vorläufer – Eine der ersten künstlerischen Inszenierungen des Kreisels ist sicherlich die Schlussszene des Films „Playtime“ von Jacques Tati aus dem Jahr 1967, in der der Kreisverkehr sich zu einer Karussellfahrt verwandelt. Tati, der die Kritik an der modernen Architektur und Lebenshaltung zum Hauptthema seiner Filme gemacht hat, komponiert und kommentiert das Neue mit einem kindlichen Staunen. Der überfüllte Kreisel in seinem Film ist eine wunderbare Choreographie, deren Aktion bestimmt ist durch das Bewegen und Stoppen wie eben bei einem Karussell. Versatzstücke aus einem Kirmes‐Treiben sind eingeflochten und das assoziative Komponieren, wie zum Beispiel Maiglöckchen mit Straßenlaterne, zeigen die Sehnsucht nach dem Vergangenem und dem Bekannten. Der Autoverkehr begann damals die Umwelt zu dominieren, heute stehen wir ebenfalls technische Neuerungen gegenüber, die unsere Umwelt prägen werden. Unser Entwurf überzeichnet das Neue, genauso wie Tati damals die „moderne“ Welt überzeichnete.

Gegenwart und Zukunft – Die Gesellschaft steht vor einem Paradigmenwechsel. Die Energiewende von der atomaren und fossilen hin zur regenerativen Versorgung stellen die Energieversorger vor große Herausforderungen. Die Skulptur, ein Energiebaum, stellt den anstehenden Wechsel zur regenerative Energieversorgung, dem die Stadt Zweibrücken positiv und aufgeschlossen begegnet, zeichenhaft dar. Die konischen Röhren des Stammes und der Äste verweisen auf die Infrastrukturen, die eine Stadt mit allem Lebenswichtigen versorgen. Das ist auch eine Referenz an den Bauherren, die Stadtwerke Zweibrückens, deren unentbehrliches, lebensnotwendiges Werk meistens unsichtbar in der Erde liegt und nun mit Wucht hier aus der Erde bricht. Die Photovoltaikpunkte auf der Skulptur erzeugen die Energie, die für die Beleuchtung der Kreiselskulptur notwendig ist. Die Sockelgestaltung der Skulptur spielt mit der Bewegung in einem Kreisverkehr - so geraten die statischen, blauen Streifen durch das Umfahren in Bewegung und symbolisieren das Wasser, mit dem die Stadtwerke Zweibrücken versorgt. Die Gestaltung bewegt sich bewusst zwischen Figurativem und Abstraktion. Sie eröffnet damit einen großen Interpretationsraum, der nicht wie etwas Figuratives vorgibt, was wahrzunehmen ist. Wir wollen das Feld für alle mögliche Interpretationen und Assoziationen freigeben, damit sich eine lebendige Diskussion über die Bedeutung der Skulptur entwickeln kann. Wir freuen uns auf den Namen, den das Objekt haben wird, dann, wenn sich eines der Bilder durchgesetzt haben wird.

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