Haus K. Dillingen an der Donau

Dillingen
Photo © Gerd Schaller
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Photographes d'Architecture
Gerd Schaller Architekturfotografie
Lieu
89407 Dillingen
Année
2023
Client
privat
Wandbaustoff, Ziegel, Beratung
Ziegelwerk Bellenberg Wiest GmbH & Co KG
Planung/Projektsteuerung
Wolfgang Schadl
Bauunternehmen
ZS Wohnbau GmbH
Inneneinrichtung
Holzmanufaktur GmbH & Co. KG
Außenanlagen
Feistle Bau GmbH
Kommunikation
PR Company GmbH

Ästhetik und Wohnalltag: Ein Einfamilienhaus im bayerischen Dillingen zeigt, wie beides zusammengeht.

Im bayerischen Dillingen an der Donau hat eine private Bauherrenfamilie ihren persönlichen Wohntraum realisiert. Und sie hat dabei gezeigt, dass puristische Ästhetik und Funktionalität im Wohnalltag kein Widerspruch sind.

Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen ein Eigenheim wünschen. Neben rein ökonomischen Überlegungen, wie etwa der Altersvorsorge oder einer lukrativen Wertanlage, steht wohl ganz klar die Ausgestaltung individueller Vorlieben und Bedürfnisse im Vordergrund. Insbesondere in einer Zeit, in der sich sowohl der klassisch strukturierte Arbeitsalltag sowie traditionelle Rollen der Hausbewohner zunehmend auflösen, erscheint es nur schlüssig, das Eigenheim den zeitgemäßen Anforderungen an Wohnen, Arbeiten, Betreuungssituation und Wohlfühlen anzupassen.

Alltagstaugliche Architektur mit besonderer Ästhetik

Egal ob Raumkubatur, Wandfarben, Grundrisse oder die Gartengestaltung, ein Eigenheim und allen voran das Einfamilienhaus bietet Bauherren die Möglichkeit, das Zuhause zum Kristallisationspunkt der eigenen Persönlichkeit zu machen. Folgten Raumaufteilung- und funktionalität früher gesellschaftlich genormten Regeln, so setzen heute allein Bauphysik und Bauherren-Fantasie Grenzen. Das Haus wird zum Yoga-Retreat, zur Wellness-Oase, zum Künstler-Atelier, zum Musikstudio, oder zur Firmenzentrale. Jedes Mitglied der Wohngemeinschaft erhält die Möglichkeit, sich individuell zu entfalten und nach Bedarf zurückziehen. Gleichzeitig wird das familiäre Miteinander durch Gemeinschaftszonen fokussiert. Küche und Essbereich gewinnen als Herzstück des Wohnhauses wieder an zentraler Bedeutung und werden vom funktionalen Arbeitsraum zur Erlebniswelt für die Familie und den Freundeskreis.

Gleichzeitig gehen Lebensbereiche wie Arbeit und Freizeit ebenso fließend ineinander über wie die Lebensphasen: vom funktionalen Single-Wohntraum über das gemütliche Familiennest bis zum barrierefreien Alterswohnsitz. Wer seinen Blick in die Zukunft schweifen lässt, kann zukünftige Lebenssituationen antizipieren und in der Planung so berücksichtigen, dass das Zuhause mit wenig Aufwand den aktuellen Anforderungen wie etwa Familienzuwachs, pandemiebedingtem oder auch freiwilligem Home-Office oder Pflegebedürftigkeit angepasst werden kann. Und das, ohne seine ursprüngliche Ästhetik einzubüssen.

Wie so ein Projekt gelingen kann, zeigt ein privates Bauprojekt im bayerischen Dillingen. Hier wurde in naturnaher Lage am Ortsrand ein Einfamilienhaus in effizienter monolithischer Ziegelbauweise realisiert. Eine klare Formensprache verhilft dem Objekt zu einer Ästhetik, die durch Reduktion besticht und Körper wie Geist Raum zur Entfaltung bietet.

Puristische Ästhetik, alltagstauglich interpretiert

Am Rande des Ortsteils Schretzheim im bayerischen Dillingen an der Donau hat sich eine Bauherrenfamilie einen ganz besonderen Wohntraum erfüllt. Mit Blick auf die unberührte Auenlandschaft des Flüsschens Egau entstand hier auf einem großzügigen Grundstück ein Stück Architektur, bei dem Ästhetik und Wohnalltag auf intelligente Weise zusammengedacht wurden.

Gemeinsam mit dem Bauunternehmen ZS Wohnbau GmbH aus Dillingen und dem Planungsbüro Wolfgang Schadl aus dem nahegelegenen Lutzingen entwarf der Bauherr den Neubau für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage im Effizienzhaus 55-Standard. Der monolithische Ziegelbau strahlt dank der Reduktion auf das Wesentliche eine besondere puristische Ästhetik aus, die von klaren Linien und Kontrasten lebt ohne dabei auch nur im Entferntesten langweilig zu wirken.

Mit Erdgeschoss und Obergeschoss kommt der modern ausgearbeitete, kubistische Bau auf insgesamt 174 Quadratmeter Wohnfläche, bei einer Bruttogrundfläche von 153 Quadratmetern. Im Keller befinden sich auf 46 Quadratmetern Hobbyraum und Büro. Die Garage bietet mit 60 Quadratmetern genügend Platz für KFZ, Fahrrad, Gartengeräte und Kinderspielzeug. Die moderne Raumkubatur besticht dabei durch einen äußerst effizienten Gebäudeschnitt, eine intelligente Raumaufteilung und den entsprechenden Grundriss.

Dank der praktischen, gut realisierten Baustellenumsetzung konnte das anspruchsvolle Bauvorhaben in nur neun Monaten Bauzeit einzugsfertig realisiert werden.

Effiziente Umsetzung individueller Wohnansprüche

Hervorzuheben ist das Projekt aufgrund seiner gelungenen Umsetzung individueller Wohnansprüche, vor allem, was die Raumfunktionalität angeht, aber auch hinsichtlich Atmosphäre und Ästhetik. Wie schon die Gebäudekubatur, so leben auch Raumaufteilung und Innenarchitektur vom Verzicht auf unnötige Details. Das Ergebnis beweist, wie schon der berühmte Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry wusste, dass Perfektion nicht dann erreicht ist, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

Ebenso deutlich wird, dass Reduktion und Wohnlichkeit keine Gegensätze bedeuten. Ganz im Gegenteil. Wo kein unnötiger Ballast ist, kann man sich dem Wesentlichen zuwenden, können sich Körper und Geist frei entfalten und die Seele aufatmen. Fokus und Konzentration werden gefördert, ob es bei der Lektüre eines fesselnden Buches ist oder wenn man dem kristallklaren Klang einer legendären LP lauscht. Man kann sich selbst spüren und auf die wichtigen Dinge im Leben besinnen.

Wohnlichkeit und Funktionalität gehen Hand in Hand

Doch ein Wohnhaus muss natürlich nicht nur einer bestimmten Ästhetik folgen, sondern vor allem auch gewisse Funktionalitäten erfüllen. Im Falle des Dillinger Einfamilienhauses waren vom Bauherrn neben den klassischen Bereichen wie Küche, Bad und Wohnraum zwei Kinderzimmer gewünscht, die im Erdgeschoss situiert sind. Ein separater Elternbereich beinhaltet das Schlafzimmer, ein eigenes Ankleidezimmer sowie ein Badezimmer. Um auch zukünftig ortsunabhängig arbeiten zu können, wurde die Option für das Homeoffice berücksichtigt und ein entsprechender Bereich im Keller eingerichtet, wo sich außerdem ein Hobbyraum mit Fitnessgeräten und Sauna befindet.

Alle Wohnbereiche wurden in Zonen gegliedert, die geschickt ineinander übergehen und durch Sichtachsen miteinander verbunden sind. Eine konsistente Inneneinrichtung wurde basierend auf natürlichen, schlichten Materialien wie Echtholzböden, Wandelementen aus Naturstein und Sichtbetonwänden erzielt. Bis auf einzelne Schwarzweiß-Bilder wurden die Innenwände frei von Zierelementen gehalten. Stattdessen ziehen sich Pflanzen und florale Skulpturen als verbindendes Stilelement durch sämtliche Wohnbereiche.

Fortgeführt wird das Konzept aus puristischer Eleganz und Funktionalität im Garten. Das Gebäude thront auf einem Sockel aus Betonquadern, die gleichzeitig eine umlaufende Terrasse formen. Pflanzgefäße aus Cortenstahl situieren den Sitzbereich und fungieren als visuelle Bezugspunkte, die das Gebäude optisch geschickt erweitern. Zusammen mit einer vorspringenden Überdachung und dem zurückversetzen Flachdach ergibt sich eine rhythmische Staffelung der Kubatur, die das Gebäude sanft mit dem Außenbereich verzahnt.

Nachhaltigkeit und Werterhalt als planerische Leitgedanken

Die Reduktion auf das Wesentliche wurde auch bei der Wahl der Baumaterialien konsequent verfolgt. Dabei standen vor allem Nachhaltigkeit in Form von langlebigen Bausubstanzen und Werterhalt für zukünftige Generationen im Fokus. Keller und Decken wurden in massivem Stahlbeton ausgeführt, die Außenwände im Erdgeschoss und Obergeschoss hingegen in monolithischer Ziegelbauweise errichtet.

Der traditionelle Baustoff Ziegel ist bekannt für seine wohngesunden und energiesparenden Eigenschaften. Bei ausreichender Dicke erübrigt sich eine zusätzliche Wärmedämmung. Hohllochziegel bilden eine physikalische Isolierung und mit Dämmmaterial verfüllter Ziegel reduziert nochmals die Wärmeleitfähigkeit. Im Winter kann so mit minimalem Aufwand geheizt werden, im Sommer bleibt es auch ohne Klimaanlage angenehm kühl. Das natürliche Material Ton ist zudem frei von schädlichen Allergenen oder chemischen Schadstoffen, die sich in der Atemluft anreichern könnten, wie etwa im Falle von PVC. Zudem konnte dank regionaler Lieferketten die heimische Wertschöpfung gestärkt und lange Transportwege vermieden werden. Damit reduzieren sich die beim Bau eines Hauses anfallenden Emissionen erheblich, im Vergleich zu aufwendig aus dem Ausland importierten Baustoffen.

Großes Augenmerk wurde auch auf eine pflegearme und nachhaltige Fassadengestaltung gelegt. Beim Verputz wurde daher insbesondere auf einen einheitlichen Putzgrund mit gleichmäßigem Saugverhalten geachtet um eine dauerhafte Haltbarkeit zu gewährleisten. Die verwendeten mineralischen Putz- und Farbsysteme kommen ohne feuchtigkeitssperrende Kunstharze aus und sind diffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit über den Ziegel und den Putz an die Außenluft abgegeben werden kann, anstatt sich im Mauerwerk zu sammeln und dort Schäden an der Bausubstanz und Schimmel zu begünstigen. Mineralische Putze sind zudem aufgrund ihrer alkalischen Beschaffenheit ein natürlicher Schutz gegen Schimmel und fördern die Wohngesundheit in den Innenräumen.

Zukunftstaugliches Bauen dank Energieeffizienz und Wärmegewinnung

Abgerundet wird das Wohnkonzept von einer nachhaltigen aber zugleich ökonomischen Energie- und Wärmeversorgung. Dazu entschied sich der Bauherr für eine Sole-Wärmepumpe mit Spiralkollektoren zur Wärmeversorgung. Eine Fußbodenheizung sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Wohn- und Arbeitsräumen. In den besonders heizintensiven Räumen wurde zur weiteren Energieeinsparung und Verbesserung der Raumluftqualität eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. So wird auch in der kalten Jahreszeit für ausreichende Umwälzung der Raumluft gesorgt, ohne dass mehrmals täglich mühselig im ganzen Haus stoßgelüftet werden muss.

Das Dillinger Bauprojekt zeigt mit all seinen Facetten, welchen enormen Mehrwert Reduktion haben kann. Nicht nur, was Rohstoffe und Energie anbelangt, sondern vor allem hinsichtlich optischer Gestaltung und Funktionalität. Denn es heißt nicht umsonst: Weniger ist oft mehr.

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