Weingut & Weinstube Krüger-Rumpf

Münster-Sarmsheim
Architekten
Molter-Linnemann Architekten BDA
Adresse
Rheinstraße 47, Münster-Sarmsheim
Jahr
2009

„Fürs gute Tröpfchen – Dicht bei Bingen, an einer Grenze zwischen industrialisiertem Rhein-Main-Gebiet und schöner Landschaft, liegt Münster-Sarmsheim, ein Ort mit Weinbautradition, irgendwie zwischen Rheinhessen und preußischer Pfalz. Für Architekten bilden Winzer in dieser Region eine erkleckliche Bauherrschaft – machten in Österreich oder Tirol Weingüter schon seit längerem mit neuer, reizvoller Architektur auf sich aufmerksam, besteht hier am Rhein noch erheblicher (Bau-)Nachholbedarf. So investierte auch das Weingut Kruger-Rumpf in die Umstrukturierung seines Gebäudeensembles. Neben dem bestehenden Gasthaus stand ein weiteres Steingebäude aus dem Jahr 1830 jahrelang ungenutzt. Die Architekten sollten dessen Umbau sinnfällig mit der Neugestaltung des Hofes verbinden, Belange des Denkmalschutzes dabei berücksichtigen und natürlich das Budget nicht überschreiten.

Im Erdgeschoss bauten die Architekten einen neuen Eingangsbereich – ein Flechtwerk aus Kupfer, regelrechte Handarbeit – umgibt die rechte Seitenwand. Eine schwere Eichentür lockt ins Foyer, in dem es links zu einem vielseitig zu nutzenden Gewölberaum geht, geradeaus an einem engen, geschickt aufgeteilten WC-Kern vorbei zum kleinen Probierraum. An der Hofseite schließt sich noch eine Stube mit Theke und sehr schönem, alten Fliesenboden an, in der die Geschossdecke entfernt wurde und eine eindrucksvolle Raumhöhe entstand. Alle drei Räume sind von der dazwischen liegenden Anrichteküche aus direkt zu erreichen (siehe Grundriss). Das gelang nur, weil die Stiege nach außen in den Hof verlegt wurde. In frischem Weiß schmiegt sich das neue Stiegenhaus in die Ecke zwischen Altbau und neuem Seitenflügel.

Die Öffnungen im alten Bruchsteinmauerwerk sind sorgfältig detailliert und präzise ausgeführt. Mit Stein und Putz ergänzten die Architekten die alte Bausubstanz, deren Charakter gestärkt und deren Funktionalität optimiert worden ist. Farben und Materialien sind dezent aufeinander abgestimmt. Was als neu ins Auge fällt, wirkt unaufdringlich (bei weitem nicht so dramatisch wie das Foto glauben macht) und selbstverständlich. Man ahnt, dass ein anspruchsvoller Bauherr hinter dem Ganzen steckt: Der ist zufrieden und wird den nächsten Bauabschnitt, in dem ein gegenüberliegendes Gebäude zu einem Gästehaus mutieren soll, gern wieder in die Hände von Molter-Linnemann legen.“ Text: Ursula Baus

Client
Cornelia Rumpf
Weinstube Kruger-Rumpf

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