Terrazzo mit Stadtgeschichte

Martina Metzner
18. Mai 2022
Urban Terrazzo (Foto © TFOB)

Aus Bauschutt Schönes kreieren, das wollen Luisa Rubisch und Rasa Weber mit ihrer kreislauffähigen und lokal produzierten Kollektion Urban Terrazzo. Die beiden Designerinnen verwenden dafür Bauschutt.

Beton, Ziegel und andere Baustoffe – vermengt mit ultrahochfestem Beton (UHPC) entstehen daraus nach alter Terrazzokunst und mit neuer Technologie fünf unterschiedliche Terrazzo-Fliesen-Typen, die jeweils an das abgerissene Bauwerk erinnern. 

„Urban Terrazzo Berlin“ besteht aus viel Lausitzer Granit, den für die Region charakteristischen weiß-grau gesprenkelten Naturstein sowie alten Betonstücken der Nachkriegszeit. Dieser setzt sich typischerweise aus altem Ziegelsplitt zusammen — Spuren des Wiederaufbaus in Deutschlands. Außerdem finden sich kleinere Mengen von rotem und gelbem Ziegel, sowie Asphalt und andere Natursteine in der Berliner Platte. 
Das Material für „Urban Terrazzo Verona“ stammt von lokalen Abrissvorhaben aus der italienischen Region. Hier landen unter anderen Carrara-Marmor in die Veroneser Platte. Die Produktionsstätten, so versprechen die Macherinnen, seien in unmittelbarer Nähe des Recyclinghofs, sodass eine enge Kreislaufwirtschaft ohne lange Transportwegen gewährleistet wird.

Urban Terrazzo gibt es in fünf Farben: „Limestone White“ referenziert auf die klassische Kalktünche, etwa der klassischen Moderne. „Industrial Black“ ist eine Hommage an die Stahlarchitektur der aufkommenden Industrialisierung. „Copper Green“ imitiert die natürliche Patina, die sich auf Kupfer bildet. „Brick Pink“ ist die Farbe von gemahlenem rotem Backstein. Und „Brick Gold“ soll an den gelben Backstein erinnern. Daneben gibt es verschiedene Zuschlagstypen. Und außerdem die Möglichkeit, individuelle Maße anfertigen zu lassen.

Foto © HannesWiedemann
Foto © HannesWiedemann

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