Fliesen von Konstantin Grcic

Martina Metzner
20. Oktober 2021
Die Fliesenkollektion bietet großes Gestaltungspotenzial dank verschiedener Formate, Texturen und Farben. (Foto: Alessandro Sorci)

Konstantin Grcic hat sich für seine neuen Fliesenkollektion „DIN“ für den italienischen Hersteller Mutina an der Architektur der sozialen Moderne orientiert. Alle Fliesen lassen sich modular miteinander auf Basis eines gemeinsamen Rasters kombinieren.

Mit der neuen Kollektion DIN für Mutina habe Konstantin Grcic einfach eine neue Fliese entworfen, könnte man auf den ersten Blick meinen. Doch beim zweiten Blick erkennt man die gestalterische Raffinesse – für DIN hat sich der gefeierte Designer von der Architektur der sozialen Nachkriegsmoderne inspirieren lassen. Speziell in Berlin wurde der Designer fündig: Im Etagenwohnhaus von Alvar Aalto im Berliner Hansaviertel lebte und arbeitete Grcic in den ersten Jahren. Es ist nach „Numi“, die zweite Kollektion, die Grcic für den italienischen Hersteller von Fliesen aus Modena entwirft.

Foto: Mutina
Foto: Mutina

Und natürlich steht auch der Name, die Abkürzung der Deutschen Instituts für Normierung, Pate für die Kollektion. In der Kollektion gibt es vier verschieden Formate. Das größte Format beträgt 15 x 15 Zentimeter, dieses geviertelt ergibt die nächstkleinere Größe und so weiter. Es gibt quadratische und rechteckige Formate (15 x 15 cm, 7,4 x 15 cm, 7,4 x 7,4 cm und 3,6 x 7,4 cm). Alle Fliesen lassen sich modular miteinander auf Basis eines gemeinsamen Rasters kombinieren. „Eine Fliese ist etwas ganz Elementares“, sagt Grcic. „Das Faszinierende ist, dass dieses kleine Stück Keramik, wenn es vervielfältigt wird, zu einer Wand oder ein Boden wird.“ Man kann mit DIN sowohl sehr klassische Fliesenbilder als auch sehr anspruchsvolle und progressive legen – ebenso durch die Kombination der acht unterschiedlichen Farben, und zwei unterschiedlichen Oberflächen matt und glänzend. Grcic nennt seine Fliesenkollektion daher „Modernes Mosaik“.

Foto: Mutina

Mutina kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die in den 1970er-Jahren begann. 2006 setzte der Hersteller auf die Zusammenarbeit mit Designern wie Barber Osgerby, Ronan and Erwan Bouroullec, Nathalie Du Pasquier, Hella Jongerius, Patricia Urquiola oder Tokujin Yoshioka. Seitdem sind viele extravagante Kollektionen entstanden, die industrielle Produktion wurde in Richtung einer fast handwerklichen Verarbeitung vorangetrieben. Seit 2015 entwickelt Mutina auch keramische Kunstwerke zusammen mit internationalen Künstlern.

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