Dach aus Solarziegeln

Martina Metzner
5. Mai 2021
Bei Ennogie fungieren die Solarpaneele als Ziegel und bilden das Dach. (Foto: Ennogie)

Mit den Modulen der dänischen Firma Ennogie schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sind Ziegel und Solarmodul zugleich und bilden die komplette Dachabdeckung.

Konventionelle Solaranlagen sind ästhetisch für viele Architekt*innen eher eine Herausforderung, integrierte Lösungen sind da eine Alternative. Ein besondere Stellung nimmt dabei die dänische Firma Ennogie ein. Deren Idee ist, dass die Solarpaneele selbst das Dach bilden. Die Firma aus dem dänischen Herning ist auch in Deutschland mit eigener Gesellschaft und Technik aktiv.

Ein Dachmodul misst 1260 x 665 x 40 mm, ist 13,5 kg schwer und deckt knapp 0,75 Quadratmeter Dachfläche ab. Je nach Modell liegt die Leistung zwischen 55 und 130 Watt. Die Dachziegel können sowohl quer- als auch längsseitig überlappen. Damit soll sichergestellt werden, dass das Ennogie-Dach vollkommen dicht ist. Die Elemente sind mit robusten Dünnschichtmodulen versehen, die laut Ennogie höhere Wirkungsgrade bei diffusem Licht oder hohen Temperaturen erzielen als kristalline Photovoltaik-Module. Was den Unterbau des Solardachs angeht, so unterscheidet er sich kaum von herkömmlichen Dächern, sodass die Montage vom Dacherdecker vorgenommen werden kann. Die Glas-Glas-Modul sind hagel- und sturmsicher. Einzelne Module einfach ausgetauscht werden, während der Rest des Dachs weiterhin Strom erzeugt. Die Reinigung übernimmt der Regen, dünne Staub- und Blütenschichten schränken die Energieerzeugung nicht ein.

Zusätzlich bietet Ennogie sogenannte Anpassungsmodule an. Diese Module ähneln optisch stark den Photovoltaikmodulen, produzieren aber keinen Strom und können zugeschnitten werden. Sie werden zum Beispiel zum Ansetzen an Dachfenster oder Schornsteine verwendet und machen die Ganzflächigkeit des Dachs erst möglich. Gesteuert wird das Solardach über eine App. Die Ennogie-Module funktionieren bei Dächern ab einer Dachneigung von 8 Grad – also nicht bei reinen Flachdächern. Anstelle von Stringwechselrichtern im Haus verwendet Ennogie auf dem Dach installierte Mikrowechselrichter. Sie würden laut Ennogie das Dach widerstandsfähiger gegen Verschattung machen und die Betriebssicherheit des Systems erhöhen. Die DC-Spannung bleibt stets unter 60 V, was Lichtbögen und daraus resultierend Brandgefahr verhindert. 

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