Aus gebranntem Kork

Martina Metzner
22. September 2021
Die limitierte Kollektion vertreibt Noé Duchaufour-Lawrance über sein eigenes Label Made in Situ. (Foto: Made in Situ)

Zusammen mit portugiesischen Handwerkern formt der Designer Noé Duchaufour-Lawrance aus Korkblöcken Möbel, die die Verletzlichkeit der Natur zeigen sollen.

Kork ist ein faszinierendes Material, das Noé Duchaufour-Lawrance zu einem besonderen Projekt inspiriert hat. Als der französische Designer 2017 nach Lissabon zog, wurde er Zeuge der Waldbrände in Portugal. Zu seinem Erstaunen blieben die Korkeichen durch ihre Rinde verschont. Kork ist kaum brennbar und so blieb lediglich eine verkohlte Außenschicht übrig. Man brauchte sie nur zu ernten, und schon wächst neue Korkrinde heran. Dieser verbrannte Kork wird gewöhnlich in der Weiterverarbeitung aussortiert, was den Designer auf die Idee brachte, damit zu arbeiten und so die morbide Schönheit, aber auch die Verletzbarkeit von Natur in Objekten festzuhalten.

Die Kollektion „Burnt Cork“ umfasst Stühle, Tische und Hocker, die monolithisch aus Korkblöcken hergestellt werden. Diese Blöcke, die sonst zur Isolation dienen, werden in der traditionellen Korkmanufaktur NF Cork in Faro in der Algarve von Hand gefertigt. Zusammen mit dem industriellen Korkhersteller Granorte schufen sie so Stücke, die per CNC-Technologie aus einem Stück geschnitzt werden und die die Massivität des Korkblocks präsentieren. Während im oberen Bereich die Struktur des Materials fein-granular erscheint, wird sie zum Sockel hin gröber und schwärzer – dort ist der verbrannte Kork eingearbeitet. Die Übergänge bleiben fließend.

„Man könnte eine Parallele zum Phönix ziehen, der aus der Asche aufsteigt“, sagt der Schöpfer dieser limitierten Objekte, die er über seine eigene Linie Made in Situ vertreibt, zu der auch eine gleichnamige Galerie in Lissabon gehört. Mit Made in Situ macht sich der Designer auf die Suche nach Materialien, Kulturen und Handwerk aus der Region und vermischt sie mit seiner internationalen Design-Expertise. So hat er bereits mit Herstellern wie Ligne Roset, Dior oder Hermès gearbeitet und Interiors für Montblanc oder Air France entwickelt.

 

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