Was wird am Wehrhahn?

Manuel Pestalozzi
28. Juni 2021
BIG mit Bjarke Ingels könnte sich am Wehrhahn ein bis zu 186 Meter aufragendes Hochhaus vorstellen. Die himmelstürmende Idee mit integriertem Opernhaus hat wohl keine Chance. (Visualisierung: Signa / Büro BIG)

Es ist einer der besten Ladenstandorte Deutschlands. Trotzdem wurde vergangenen Herbst am Wehrhahn in Düsseldorf die Filiale Galeria Kaufhof geschlossen. Der Standort als Eingang zur Einkaufsmeile Schadowstraße soll aufgewertet werden. Aber wie?

Geplant ist am zentralen Standort „Am Wehrhahn 1“ in den Worten des Stadtplanungsamtes eine „Revitalisierung und Aufwertung durch eine zukunftsfähige Immobilienentwicklung.“ Im Rahmen eines Architektenworkshopverfahrens möchte die Eigentümerin der Immobilie, die SIGNA Prime Selection AG, in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Düsseldorf Ideen für die Zukunft des Standortes sammeln. Die Website „Dialog am Wehrhahn 1“ berichtet laufend über den Stand der Dinge. Hier sind auch sechs Varianten zu studieren, die bisher die dänischen BIG Architects und das Landschaftsarchitekturbüro LAND zu Papier gebracht haben.

Am meisten Aufsehen erregten naturgemäß die Hochhäuser, welche sich das Entwurfsteam am Standort vorstellen können. Keiner der sechs Vorschläge sei von der Jury für eine weitere Bearbeitung empfohlen worden, meldet RP Online. Politiker*innen, Verwaltungsspitze, externe Expert*innen des Hochhausbeirats und Vertreter*innen der Anlieger diskutierten Mitte Juni mit Bürogründer Bjarke Ingels und dem Architekten Jakob Sand, der beim digitalen Bürgerdialog die Ideen vorgestellt hatte. Grundtenor: Man möchte Impulse ohne Türme. Höhe und Dichte sollen „mit Blick auf den Düsseldorfer Maßstab angepasst werden“.

Im September sollen die neuen Varianten der Öffentlichkeit vorgestellt und in der Expertenkommission diskutiert werden. Bis dahin dürfte auch klar sein, ob der Wehrhahn Opern-Standort wird oder nicht. Es wir nämlich mit der Idee gespielt, die Kulturstätte in den Standort zu integrieren. Und: Muss es unbedingt BIG sein? Mittlerweile wünschen sich gemäß RP Online einige Planungspolitiker*innen einen offenen Wettbewerb mit mehreren Architekturbüros. BIG wäre für die Teilnahme gesetzt, bekäme dann aber Konkurrenz.

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