Holzhybrid-Studentenquartier

Manuel Pestalozzi
18. Mai 2021
Modular aufgebaute vorfabrizierte Raumeinheiten werden die Anlage prägen. (Visualisierung: © PONNIE Images, Aachen)

„CampusRO“ in Rosenheim soll seinen CO2-Footprint um mehr als 50 Prozent gegenüber konventionellen Neubauten reduzieren. Neben der Holzhybrid-Bauweise fördert dieses Ziel auch die Absicht, die Abbruchmasse der zuvor auf dem Gelände stehenden Gewerbehalle ins neue Projekt zu verbauen.

Die Fertigstellung der vom Büro ACMS Architekten aus Wuppertal geplanten Wohnanlage für Student*innen ist für Anfang 2022 vorgesehen. Hinter „CampusRO“ steht Peter Matthias Astner, Gesellschafter der PMA Invest. Er kaufte 2015 das Grundstück unmittelbarer Nähe zur Technischen Hochschule Rosenheim an. Sein Ziel: das Schaffen eines innovativen Quartiers zum Leben und Lernen. Gemeinsam mit der Stadt Rosenheim und einem Team aus Studierenden entwickelte Astner ein Konzept, das diesem Ziel gerecht wird. Seit Sommer 2020 realisiert er dieses Konzept nun zusammen mit dem Joint Venture-Partner ECKPFEILER.

Bereits ab dem kommenden Wintersemester sollen Studierende in die ersten der insgesamt 211 Wohnungen in der Marienberger Straße 39 einziehen. Die Apartments erhalten ein Interieur, die vom Innenarchitekturbüro brüderl in Kooperation mit dem Designer Nils Holger Moormann gestaltet werden. Besonders sind die Wohnungen und zahlreichen Gemeinschaftsbereiche vor allem aufgrund ihrer Bauweise. Das Abbruchmaterial soll vor allem in Bodennähe verwendet werden. Alle Obergeschosse sind in Holzbauweise vorgesehen. Der Großteil der lastabtragenden Außenwände wird aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt, die mit eingebauten Fenstern, Lüftungen und inklusive der Außenwandschalung auf die Baustelle geliefert werden. 

Eine Hybrid-Konstruktion aus Brettschichtholz und Ortbeton sorgt für die nötige Stabilität der Decken in allen Räumen. Diese sind über Laubengänge aus Betonfertigteilen zu erreichen. Im Inneren werden im Abstand von 6,40 Metern tragende Brettsperrholzwände eingebracht und mit Trockenbauwänden verkleidet. Hinzu kommen nichttragende Innenwände in Trockenbauweise, die jede Etage in Raumachsen von 3,20 Meter aufteilen. Das verwendete Holz stammt aus bayerischen und österreichischen Wäldern. Ihre PEFC-Zertifizierung garantiert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Der gesamte Campus ist als Siedlungsstruktur konzipiert, die das Miteinander fördert. So besteht „CampusRO“ zwar aus drei modernen Gebäudekomplexen, für die jeweils drei bis vier Gebäudeteile vorgesehen sind. Diese aber sind durch einen Laubengang miteinander verbunden. Als baulicher Hochpunkt entsteht zudem ein sechsgeschossiges Boardinghaus mit 40 Managed Apartments für Austauschstudierende und Hochschullehrer sowie für Geschäftsreisende und Touristen. Auch zu diesen ist eine räumliche Vernetzung möglich und wird über viele Gemeinschaftsbereiche gefördert. Der Projektentwickler strebt mit dem ganzheitlich nachhaltigem Konzept die DGNB-Zertifizierung in Platin an.

Die Ausstattung der Räume wurde in Mock up-Einheiten überprüft. (Foto: © CampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG)

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