Heizkraftwerk als Skulptur

Manuel Pestalozzi
14. Juni 2021
Wedels neues Kraftwerk sehe aus wie eine Kirche, meint das Hamburger Abendblatt. (Visualisierung: W2A Architekten)

Ausgehend von einem technischen Vorentwurf, entwickelten W2A Architekten ein ganzheitliches und ästhetisch ansprechendes Gesamtkonzept für das neue Blockheizkraftwerk in Wedel bei Hamburg.

Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Die Stadtwerke Wedel haben mit mehreren Anlagen dieser Art gute Erfahrungen gemacht – und wollen nun an der Deichstraße, in Hafennähe, ein weiteres BHKW errichten. Zwei Megawatt elektrische Leistung sollen durch einen Gasmotor erzeugt werden. Als sogenanntes Flex-BHKW soll die Anlage nicht in Grundlast, sondern stromgeführt betrieben werden – also nur dann, wenn im Stromnetz Bedarf besteht.

Die Architekten von W2A aus Hamburg waren für das „Chassis“ dieser Maschine in unmittelbarer Nähe des Wedeler Strandbads zuständig. Der technische Vorentwurf bestand im Wesentlichen aus Technikgebäude, Speichertanks und Schornstein. Das Gestaltungsteam nahm dem Volumen mit der Gebäudeform an Massivität und stellte zugleich einen Bezug zur ortstypischen Bauweise her. Der Schornstein wurde nicht freigestellt, sondern in diese Komposition integriert. Das Entwurfsteam spricht in seiner Projektbeschreibung von einer ikonischen und werbewirksamen Gebäudeskulptur mit hoher Fernwirkung und starkem Wiedererkennungswert. Die Lokalpresse hat ganz im beabsichtigten Sinn auf das Projekt reagiert. Das BHKW soll zum Jahreswechsel 2022/23 in Betrieb gehen.

Die kompakte Anlage wird hinter dem Standbaddamm errichtet. (Visualisierung: W2A Architekten)

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

Benjamin von Pidoll | Architektur

Haus Mau

Andere Artikel in dieser Kategorie