Gläserne Ergänzungen für Hamburgs Hauptbahnhof

Manuel Pestalozzi
25. Januar 2022
Der siegreiche Wettbewerbsentwurf schlägt die Überdachung der Brücke vor der Südfassade des Hauptbahnhofs vor. (Visualisierung: © bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur)

bof Architekten aus Hamburg und Landschaftsarchitekten hutterreimann aus Berlin haben den städtebaulichen Wettbewerb zur Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs und zur Entwicklung seines Umfelds gewonnen. Glasanbauten sollen die Anlage ergänzen.

Der Hamburger Hauptbahnhof mit seinen 14 Gleisen wurde 1906 in Betrieb genommen. Er gilt als der meistfrequentierte seiner Art in Deutschland und grenzt an den östlichen Rand der Innenstadt. Eine Personenstromanalyse im Hauptbahnhof und eine Verkehrsuntersuchung um ihn herum legten den Verantwortlichen einen dringend notwendigen Ausbau des Verkehrsknotens und eine grundlegende Weiterentwicklung des Hauptbahnhofes und des umliegenden Stadtraums nahe. Die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) lobte deshalb in Absprache mit den anderen Beteiligten Unternehmungen und Instanzen einen städtebaulich-freiraumplanerischen Planungswettbewerb aus. Es galt, für alle infrastrukturellen, städtebaulichen wie freiraumplanerischen Herausforderungen angemessene Lösungen zu finden. Der Planungsperimeter umfasste neben dem eigentlichen Bahnhofsgebäude auch die Straßen- und Platzräume um ihn herum und vier Brücken, die das Gleisfeld überqueren.

Die Freiräume um das Bahnhofsgebäude werden mit Bauminseln ergänzt. (Foto: © bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur)

Der Entwurf des Büros bof Architekten aus Hamburg mit den Landschaftsarchitekten hutterreimann aus Berlin konnte sich durchsetzen. Die Planer*innen schlagen die Entfernung sämtlicher Anbauten und eine Rückführung des Hauptbahnhofs in seinen Ursprungszustand vor. Prägnantes neues Merkmal soll eine monumentale, raumhaltige gläserne Überdeckung der Brücke vor der Südfassade des Bahnhofs werden. Laut der Jury stellt diese Überdeckung eine zeitgemäße Fortsetzung der denkmalgeschützten Bahnhofshalle dar. Die Großform des Bestands werde durch sie aufgenommen. Im Osten, am Hachmannplatz, öffnet sich ein neuer Vorbau zum Platz und verbindet so den angrenzenden Stadtteil St. Georg und den Bahnhof schlüssig miteinander. Auch die anderen umliegenden Stadträume sollen differenziert entwickelt werden; die Freiräume erhalten grüne Inseln und werden weitgehend vom motorisierten Durchgangsverkehr befreit.

Der neue Vorbau am Hachmannplatz übernimmt den Rhythmus der Bögen des Bestandesbaus. (Visualisierung: © bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur)

In die Entscheidung der Jury flossen auch die Rückmeldungen der Hamburgerinnen und Hamburger ein: Sowohl vor der ersten als auch vor der zweiten Jurysitzung konnten sie bei öffentlichen Ausstellungen der Wettbewerbsarbeiten im Museum für Kunst und Gewerbe Feedback zu den Entwürfen geben. Zur Festlegung des weiteren Prozesses planen FHH und DB, kurzfristig eine weitere Vereinbarung zu schließen.

Die raumhaltige Überdachung der Brücke führt den Hauptbahnhof mit einer monumentalen Geste ins 21. Jahrhundert. (Visualisierung: © bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur)

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