Neustart mit neuer Nutzung

J.MAYER.H und Partner, Architekten
15. Mai 2024
Urban Hotspot am Berliner Alexanderplatz (Foto: Laurian Ghinițoiu)
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

VoltAir befindet sich an einer der urbansten Stellen Berlins mit großer Sichtbarkeit im Stadtraum. Der Entwurf ist 2014 aus einem eingeladenen Architekturwettbewerb, allerdings für eine Shoppingmall mit Hotel, hervorgegangen. Nach einem Eigentümerwechsel wurde die ausdrucksstarke Gestaltung im Zuge der Nutzungsänderung angepasst und überarbeitet. 

Foto: Laurian Ghinițoiu
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?

Das Erscheinungsbild des Gebäudes wird durch die gestapelten, zweigeschossigen Glaskuben bestimmt. Der bereits im Wettbewerbsentwurf definierte, horizontale Riss zwischen den Fassadenboxen auf Höhe des angrenzenden S-Bahn-Viaduktes verbindet das Gebäude städtebaulich mit diesem. Er schafft Terrassen und Loggien in der Fassade. Die Eingänge werden durch die Anordnung der Glaskuben eindeutig ablesbar im Gebäudevolumen ausgebildet.

Horizontaler Riss auf Höhe des S-Bahn Viadukts (Foto: Laurian Ghinițoiu)
Welche besonderen Anforderungen wurden gestellt? Wie haben Sie diesen im Projekt Rechnung getragen?

Die zweigeschossigen Glaskuben wurden als hinterlüftete Doppelfassade mit geklebten Prallscheiben ohne mechanische Befestigungen ausgeführt. Für die aufwendige Konstruktion mit den größten bisher in Deutschland geklebten Glasscheiben, waren Zulassungen im Einzelfall mit Pendelschagversuchen erforderlich.

Meet and Eat-Bereich (Foto: Seven Senders)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?

Aufgrund des Nutzer- und dem damit einhergehenden Funktionswechsels wurde der Entwurf in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und in konstruktiver Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat überarbeitet. Somit konnten die Qualitäten beibehalten und gestärkt werden.

Schwarzplan (Zeichnung: J.MAYER.H und Partner)
Grundriss 5. Obergeschoss (Zeichnung: J.MAYER.H und Partner)
Längsschnitt (Zeichnung: J.MAYER.H und Partner)
VoltAir
2023
Voltairestraße/Alexanderstraße, Berlin
10179 Berlin
 
Nutzung
Büros mit Einzelhandel/Gastronomie
 
Auftragsart
Wettbewerbsgewinn
 
Bauherrschaft
Joint Venture von ABG Real Estate Group und Felix Gädeke
 
Architektur
J.MAYER.H und Partner, Architekten, Berlin
Partner: Jürgen Mayer H., Hans Schneider
Projektleiter: Marcus Blum
Team: Dr. Paul Angelier, Lars Becker, Christoph Emenlauer, Antje Kalus, Mael Kang, Simon Kassner, Elina Kolarova, Mehrdad Mashaie, Julien Sarale, Jonas Wenzke, Michael Wiener
 
Fachplaner
Projektsteuerung: Ranner Projektmanagement GmbH, München
LPH 1-5a/8a: J.MAYER.H und Partner, Architekten
LPH 5:  Wenzel + Wenzel GmbH, Berlin
LPH 6-8:  dgk architekten GmbH, Berlin
Tragwerksplanung: AWD Ingenieurgesellschaft mbH Berlin
Fassadenplanung: knippershelbig GmbH, Berlin
Energie- und Gebäudetechnik: IGTech Gmbh, Hamburg
Bauphysik: Möhler + Partner Ingenieure AG, Berlin
Brandschutzplanung: hhp Ingenieure für Brandschutz, Berlin 
 
Bauleitung
 dgk Architekten GmbH, Berlin
 
Ausführende Firmen
Fassade: Metallbau Früh, Umkirch
 
Hersteller
Fassadenkonstruktion: Doppelfassade mit Prallscheibe, Aluminium Eloxiert C34, IGP Lackierung in RAL 8019
Fenster/Türen: Rohrrahmentüren mit Glas + Holztüren mit Geze OTS 
Dach: Optigrün Retentionsdach Drossel
Schalter: Gira E2
Beschläge: FSB 1001 in C34 Dunkelbronze
Sanitär/Armaturen: Porcelanosa WT-Anlage KRION nach Aufmaß mit Vola UP Armatur 4321 Sensor,  weiss
 
Energiestandard 
Eine Vorzertifizierung als Green Building mit dem LEED-Goldstandard ist erfolgt.
 
Bruttogeschossfläche
29.500 m²
Gesamtkosten
ca. 100.000.000 €
 
Auszeichnung
Urban Design & Architecture Design Awards 2024, Gold Winner
ArchDaily 2024 Building of the Year Awards, nominiert
 
Fotos
Laurian Ghinițoiu
Seven Senders

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